Zwangsversteigerung: Was Sie unbedingt wissen sollten!

ZwangsversteigerungMehr als 40.000 Immobilien werden jährlich zwangsversteigert.

Interessant werden diese Angebote, weil der angesetzte Kaufpreis meist deutlich unter dem Marktwert liegt. Der Grund dafür: Zeitdruck. Bei Zwangsversteigerungen muss der Verkauf zügig erfolgen, da der Verkäufer in der Regel keine Zeit hat sich in Ruhe nach einem passenden Käufer umzusehen.

Gründe für eine Zwangsversteigerung können sein:

  • Überschuldung: Die Darlehensraten können vom Besitzer nicht mehr getragen werden. Die kreditgebende Bank, die eine Grundschuld auf den Grundbesitz hat eintragen lassen, macht dann von Ihrem Recht Gebrauch, die Grundschulden per Zwangsversteigerung zu verwerten.
  • Scheidung: In diesem Fall gibt es oft Steitigkeiten, wer die gemeinsame Immobilie übernimmt. Wird man sich nicht einig über Verkauf oder Übernahme, bleibt oft nur die Zwangsversteigerung.
  • Erbschaft: Wenn sich die Erben einer oder mehrerer Immobilien nicht auf die gemeinsame Verwertung des Grundbesitzes einigen können.

Wie läuft eine Zwangsversteigerung ab?

Eine Zwangsversteigerung findet beim zuständigen Amtsgericht statt. Diese prüft die Ansprüche des Antragstellers (z.B. der Bank), der die Zwangsversteigerung beantragt hat. Dann wird das Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet:

Festsetzung des Versteigerungstermins: In der Regel vier bis acht Wochen nach Bekanntmachung in der regionalen Tageszeitung oder dem entsprechenden Internetportal.

Auslegeung der Versteigerungsakte: Diese liegt im Amtsgericht aus und kann von den Interessenten eingesehen werden. Darin befinden sich das Wertgutachten, die wichtigsten Eckdaten zur Immobilie sowie ein Grundbuchauszug.

Sicherheitsleistung erbringen: Mitbieten dürfen alle, die die notwendige Sicherheitsleistung erbracht haben. Das bedeutet, dass 10% des geschätzten Verkehrswertes in Form von Bargeld, durch einen von der Bank bestätigten Scheck oder als Bankbürgschaft beim Amtgericht hinterlegt werden müssen.

Bietstunde: So werden die max. 30 Minuten genannt, in denen die Immobilie zum festgelegten Termin versteigert wird.

Bieten: Im Rahmen der Bietstunde werden die Gebote der Interessenten abgegeben. Sobald Sie das erste Gebot abgeben, werden vom Rechtspfleger Ihre Personalien notiert und die Sicherheitsleistung kassiert. Wer am Ende der Bietstunde das höchste Gebot abgegeben hat bekommt den Zuschlag und wird sofort Eigentümer der Immobilie.

WICHTIG: Regeln Sie unbgedingt vor der Versteigerung die Finanzierung! Diese muss bis zum Verteilungstermin stehen. Bei Verzögerungen droht sonst direkt die nächste Zwangsversteigerung.

Verteilungstermin: Zu diesem Termin muss der restliche Kaufpreis (zzgl. anteiliger Zinsen, 4% p.a. und Zuschlagsgebühr) bezahlt werden. Er findet meist ca. 6 Wochen nach Zuschlagserteilung statt.

Der Grundschuldgläubiger kann jedoch dem Zuschlag widersprechen. Das wird vor allem dann der Fall sein, wenn das höchste Gebot in der Versteigerung weniger als 70% des geschätzten Verkehrswertes beträgt. Der Gläuber lehnt meist dann ab, wenn die Kreditbelastung mit dem Verkaufserlös nicht bezahlt werden kann.

Was ist, wenn das höchste Gebot sogar 50% unter dem Verkehrswert liegt? In diesem Fall greift der gesetzliche Schuldnerschutz, der es verbietet, dass durch die Notlage des Schuldners sein Besitztum verschleudert wird.

Wird die Immobilie im der ersten Zwangsversteigerungstermin nicht verkauft, wird vom Gericht ein zweiter Termin festgelegt. Im Zweittermin gelten allerdings keine Mindestgrenzen mehr, hier könnte eine Immobilie dann rein thoretisch zu 30 oder 40% des Verkehrswertes verkaufen werden. Oftmals handelt es sich dabei jedoch um „Problemimmobilien“, die entweder gravierende Mängel aufweisen oder mit anderweitigen Nachteilen behaftet sind. Machen Sie sich unbedingt ein genaues Bild der Immobilie um böse Überraschungen zu vermeiden.

Erfahren Sie mehr zum Thema Zwangsversteigerung in unseren weiterführenden Beiträgen:

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